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Während andere Abspannwerke in Kontakt zum Stadtraum standen, erhielt die Anlage des Buchhändlerhofes keinen direkten Bezug zur Straße und wuchs zwischen Mauerstraße, Zimmer-, Wilhelm- und Leipziger Straße ins Innere der Parzelle. Um das gesamte Programm dennoch auf dem engen Grundstück zu organisieren, wurde die Anlage aufgestockt, so dass sie weit über die bestehende Bebauung hinausragte. Diese Ausgangssituation, in der der Komplex als quasi autonomer Raum zwischen zwei angrenzenden Brandwänden keine Kommunikation mit dem Stadtraum einging, wurde durch die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs umgekehrt. Von jetzt an trat die Anlage als freigebombte Industrieruine auf einmal städtebaulich in Erscheinung und erhielt den Charakter eines Monuments.
Diese „städtebauliche Freistellung“ des Abspannwerkes als das höchste Gebäude im unmittelbaren Stadtkontext (zu dem auch das Bundesfinanz- bzw. ehemalige Reichsluftfahrtsministerium gehört) bleibt aufgrund der vereinbarten Abstandsflächenregelung weiterhin erhalten.