Case_Study_Roof 2
Sophienstr. 5. Berlin-Mitte
Bauherr: F. Einecke
Fläche: 650qm BGF
Bauzeit: im Bau
Mitarbeiter: Hille Bekic, Stine Kolbert, David Ruic, Yoichi Osaki

„Sophies Dach“ erhebt sich auf einem vier- bzw. fünfgeschossigen Altbau der Spandauer Vorstadt. Es umfasst zwei großzügige Maisonetten, die auf einem als Einzeldenkmal eingetragenen Gebäude aus dem Jahre 1894 realisiert werden. Das Originaldach wurde durch Kriegsschäden weitestgehend zerstört und besteht z. Zt. größtenteils aus einem Notdach. Wir versuchen bei diesem Projekt richtungweisende Wohnstandards mit den elaborierten Anforderungen der Denkmalpflege für diesen besonderen Teil Berlins in Einklang zu bringen.

Konzipiert ist das neu errichtete Dach als „Hand“, die sich schützend über das bestehende Gebäude legt. Dadurch erhält jede Maisonette-Wohnung nordseitig eine geschlossene Dachfläche, den „Handrücken“. Ein solcher „Rücken“ bildet die Ansichtsfläche zur Sophienstraße. Nur ein leichtes Aufbrechen dieser geschlossenen Straßenansicht wird sichtbar sein: Im fünften Geschoss ist die Dachfläche zu mehreren „Fingern“ aufgefächert. Durch die Auffächerung entstehen seitlich Fenster, die den Blick in die Achse der Sophienstraße und auf die Sophienkirche freigeben.

Geöffnet zeigt sich die „Hand“ zu den jeweiligen Hofseiten, nach Süden hin. Großzügige, raumhohe Glasfassaden sowie Terrassen, die auf gleichem Niveau mit den Innenräumen liegen, lassen Innen- und Außenräume miteinander verschmelzen.

Beide Maisonetten verbinden die Vorstellung offenen und repräsentativen Wohnens mit dem Wunsch nach Privatsphäre und ungestörter Rückzugsmöglichkeit. Dabei nimmt die jeweils obere Etage die „öffentliche“ Funktion ein. Unterschiedliche Raumhöhen, die durch abgestufte Fußbodenniveaus sowie die Dachform hervorgerufen werden, schärfen das Raumempfinden und grenzen die ineinander fließenden Zonen Kochen, Essen und Wohnen voneinander ab.

In der jeweils unteren Etage gruppieren sich einzelne Räume um eine innere Erschließungszone. Die Räume weisen drei unterschiedliche Typologien auf: Kinder-, Spiel- bzw. Arbeitszimmer, Räume mit vorgelagerter Terrasse und schließlich Erholungszonen, in denen Schlafen und Baden kombiniert sind.




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