5








Realisierungswettbewerb Fortbildungszentrum Auswärtiges Amt, Sanierung und Neubau

Oberwasserstraße 13
Berlin-Mitte

in Zusammenarbeit mit : r a u m z e i t :

Mitarbeiter: Francois David


Städtebau
Ein schmaler Baukörper schafft im Zusammenspiel mit dem Bestand eine
neue Eingangssituation für das Fortbildungszentrum des Auswärtigen Amtes.
Der Neubau schließt an das Bestandsgebäude Oberwasserstraße 13 an und
gibt dem an der Kreuzstraße gelegenen Eingangshof eine räumliche Fassung.
Die Parzelle Kreuzstraße 19 wird hingegen von einer Neubebauung freigehalten.
Der Neubau schließt nach Südosten mit einer Brandwand in Stahlbeton
ab und hält somit die Option auf eine zukünftige Erweiterung (für das Auswärtige Amt) entlang der Bauflucht an der Kreuzstraße offen.
Die Brücke in der Öffnung der Kreuzstraße zeigt, von der Einmündung in die Oberwasserstraße aus gesehen, die neue Nutzung an. Sie stellt die Funktionalität
des AA-internen Erschließungssystems sicher und ermöglicht die langfristige
Wiederherstellung der Baufluchten in der Kreuzstraße. Der Neubaukörper schirmt
die Eingangssituation des Fortbildungszentrums gegenüber dem derzeit noch bestehenden, räumlich undifferenzierten großen Hofbereich in Richtung Kurstraße ab.


Erscheinungsbild
Der Neubau vermittelt in seiner Volumetrik zwischen der vertikalen Gliederung
der Hoffassaden des Hauses OW 13 und der horizontalen Gliederung der Bandfassaden des Hauses OW 11-12. Der Übergang zwischen den Häusern ist integraler Bestandteil
des Neubauvolumens. Die Attika des Neubaus schließt an das Gesims
der Bestandsgebäude an, sodaß trotz geringen Bauvolumens eine vollwertige dritte Hofseite entsteht. Die in Gelb-/Goldtönen changierende Fassade des Neubaus
bereichert die Farbigkeit der unmittelbar angrenzenden sandbis ockerfarbenen Putzoberflächen um einen verwandten Ton.
Die Brillanz der Oberflächen und die skulpturale Ausformulierung machen den Bauteil unzweifelhaft als neu erkennbar. Im Bereich der Brücke und des Eingangs sind hochverspiegelte Flächen vorgesehen, die die stadträumliche Umgebung reflektieren
und die Intimität der räumlichen Situation um die Dimension der Fernsicht ergänzen.

Erschließungskonzept
Der Eingang in das Gebäude Oberwasserstraße 13 führt über den neu gestalteten Hof, der durch ein Gitter gegenüber der Kreuzstraße abgegrenzt werden kann. Im Neubau liegen die sicherheitsrelevanten Elemente des Zugangs. Räumlich anschließend entsteht im Altbau ein zum Hof geöffnetes Foyer, das auch den Aufzug als wesentliches Element der Vertikalerschließung aufnimmt. Dabei sollen beide Bestandstreppenhäuser
erhalten werden, sodaß kein neues zusätzliches Treppenhaus erforderlich wird.
Der Bestandsaufzug im straßenseitigen Treppenhaus kann dabei zugunsten eines großzügigen Treppenauges entfallen;
im Bedarfsfalle kann hier auch ein zweiter Aufzug eingebaut werden. Das hofseitige Treppenhaus soll im Sinne des Denkmalschutzes aufgearbeitet werden.
Das Brückenbauwerk ist so konzipiert, daß eine behindertengerechte Rampe die Höhendifferenz im Übergang zum Gebäude OW11/12 überwindet.

Bereichsgliederung
Die Funktionsbereiche werden im Bestandsgebäude so untergebracht, daß im nördlichen Teil die Seminarräume, im südlichen Teil hingegen die zugeordneten Büros und Nebenräume liegen. Die allgemeine Fortbildung ist im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss vorgesehen. Im zweiten und dritten OG wird die IT- Fortbildung platziert.
Die internationale Diplomatenausbildung wird im 4.OG und im 5.OG des südlichen Bauteils untergebracht.
Der Neubau nimmt im Erdgeschoß die Zugangskontrolle auf;
neben der Erschließungs- und Brückenfunktion im 2. Obergeschoß
enthält er den Presseraum im 1.OG sowie den Gebetsraum im 3.OG. Dieser erhält Tageslicht über eine Oberlichtöffnung, die den kontemplativen Charakter des Raums
unterstützt.






Baukonstruktion
Der Neubau ist als gedämmte Stahlbetonkonstruktion mit einer hinterlüfteten Fassade aus emailliertem Glas vorgesehen. Die Brücke setzt südseitig die seitlichen Tragschotten des Neubaus fort und lagert zusätzlich auf dem Anbau des Gebäudes OW11/12 auf. Durch die geringe Spannweite bedingt, erübrigen sich spezielle, expressiv ausgebildete Brückenkonstruktionen. Das Brückenbauwerk kann -falls notwendig- auch so hergestellt werden, daß durch eine einseitige Auskragung
von der Südseite auf das zweite Auflager an der Seite des Hauses OW 11-12 verzichtet werden kann, falls sich herausstellt, daß hier keine zusätzlichen Lasten in Wände und Gründung eingetragen werden können.

Energiekonzept
Die Gebäudekubatur des Neubaus wird auf das notwendige Maß reduziert. Der Körper nimmt nur wenige Funktionsräume mit Anforderungen gemäß der Arbeitsstättenverordnung auf, so dass das Gebäude insgesamt ressourcenschonend betrieben werden kann. Der Neubau hat einen geringen Anteil von Fensteröffnungen
und ist hoch wärmegedämmt. Der Altbau soll die, gemäß dem Denkmalschutz, möglichen
energetischen Verbesserungen bei Fassaden und Fenstern erhalten. Die Brandwände werden, ebenso wie Dächer und Kellerdecke wärmegedämmt.