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Sommerterrasse und Wintergarten: Stadthaus Prenzlauer Berg


Zentrales Thema des Umbaus des Stadthauses im Prenzlauer Berg ist die Verbindung von inner-
städtischen Wohnformen mit der Idee vom Einfamilienhaus mit Garten, typisch für den Stadtrand. Vierte Etage und Dachgeschoss wurden zu einer Wohnung zusammengefasst. Während es sich bis zum vierten Geschoss um eine klassische Altbaustruktur handelt, ist das Dach als offener Raum konzipiert, umgeben von einer grosszügigen, begrünten Terrasse. Innen- und Außenraum verschrän-
ken sich miteinander. Im Wechsel der Jahreszeiten kann die Wohnung ganz unterschiedliche Zustände annehmen.

Das Dachgeschoss umfasst einen großen, offenen Raum mit einer Galerie, sowie eine sich über
zwei Ebenen erstreckende, teilweise überdachte Terrasse mit zusätzlicher Außendusche und -küche.
Die gesamte zur Straße und zur Giebelseite weisende Fassade ist verglast. Diese Glasflächen, insgesamt 45 qm, lassen sich vollständig über Eck aufschieben, sodass sich die Wohnung im Sommer in den Außenraum hinein erweitert. Bei starker Sonnenstrahlung fahren Markisen aus
und ein Sonnensegel überdeckt zeltartig die Terrasse. Der Innenraum kann aber auch mit lichtun-
durchlässigen Vorhängen entlang der Glasfassaden komplett abgedunkelt werden.

Im vierten Obergeschoss wurde die kleinteilige Zimmerstruktur des Altbaus beibehalten.
Die einzelnen Funktionen – Schlafen und Arbeiten sowie Bad und Kinderzimmer – sind hier strikt voneinander getrennt. Das Kinderzimmer ist so konzipiert, dass es später als separate Wohnung nutzbar ist. Das Dachgeschoss spielt mit der gegensätzlichen Raumerfahrung: Eine Holzbalken-
decke überspannt den gesamten offenen Dachraum, in dem Wohn und Küchenbereich fließend ineinander übergehen. Die Decke ist mit Stahlträgern ausgesteift. Die Sparren sind sichtbar ohne Pfetten untergehängt und betonen die Dynamik des offenen Raumes.



Dachumbau und Sanierung eines Wohn- und Geschäftshauses

Adresse: Prenzlauer Berg, Berlin

Bauherr: privat

Mitarbeiter: Projektleitung: Harald Schindele, Team: Matthias Haller, Tai Schomaker, Yoichi Osaki

Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Unterberg

Planung: 2009–2011
Fertigstellung: Januar 2011
BGF: 1.000 qm